Über Tillamook nach Newport

Nachdem wir heute morgen schon die Tide Pools am Haystack Rock bewundert haben, wird es schwer dies über den Tag hinweg noch zu toppen. Wir starten wieder südwärts auf der Küstenstraße, die mal ganz unten am Strand, dann wieder etwas erhöht über kleine Capes und Hügel mit schönen Ausblicken auf die darunterliegenden Strände und vorgelagerten Inselchen bieten.

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In Tillamook machen wir einen Stopp an der Käserei. Tillamook Käse gibt es praktisch überall in den USA, man kann ihn eigentlich in der Nähe unserer Scheiblettenkäse von Kraft einordnen, dennoch scheint er einen guten Ruf zu genießen. Und die kleinen Käsestangen („String Cheese“) mit Jalapeno, auch den scharfen Pepper Jack kaufen wir uns oft für unsere Brotzeiten. Dennoch ist es halt nicht gerade ein Käseland hier. Aber ob der Bekanntheit strömen hier die Massen zur Besichtigung der Käsefabrik. Praktisch zu sehen gibt es nur die Halle, in der der Käse am Fließband geschnitten und in Plastik eingeschweißt wird. Dazu laufen gleichzeitig drei Videos, in denen Kunden den Käse preisen, als hätte er heilende Wirkung, sowie in denen der Prozess der Käseherstellung von der Kuh bis in die Plastikfolie erläutert wird. Das mag nun sarkastisch klingen, aber ich bin mir sicher, dass hier heute einige Kinder den Satz „Cheese is made of milk, Daddy?!?“ ausgesprochen haben.

Nach dem Blick auf die Verpackungslinie haben wir genug über Käse gelernt und die Tour geht vorbei an der Käsewürfel-Probierstation und endet direkt im Shop. Hier kaufen die Eingeborenen nun eingeschweißte Käseblöcke, soviel sie nur tragen können, außerdem Fudge und Eiscreme. Der Amerikaner ist ein Herdentier. Wenn er eine Schlange sieht, wo alle etwas kaufen, macht er eben mit. Wir wollen nicht auffallen, kaufen Käseblöcke in Brotzeitgröße, Fudge und Eiscreme.

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Nach dem lehrreichen Abstecher in die Käsemanufaktur biegen wir wieder vom Highway ab und folgen dem Three Capes Drive. Dieser verläuft immer nah am Wasser von Cape Meades über Cape Lookout nach Cape Kiwanda. Heute ist traumhaftes Wetter, aber vom Meer weht immer wieder dichter Nebel auf die Küste zu. Nur über dem Festland vermag die Sonne diesen ganz schnell aufzulösen. An den Capes schafft sie es nicht ganz, und so stehen wir unversehens in dichtem feucht-kaltem Nebel. Die Aussicht vom Leuchtturm ist heute leider eingeschränkt. Also besuchen wir noch den Octopus Tree. Hier wachsen, keiner weiß warum, einfach mehrere Bäume aus einem dicken Stamm hinaus. Im Urwald haben wir das vor einigen Tagen auch schon gesehen, nur hatten die Bäume dort keine Namen.

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Schon wenige Meilen später stehen wir wieder im strahlenden Sonnenschein, und da heute Sonntag ist, sind die Strände rappelvoll. Was bei der Breite und Länge dieser Strände aber nicht wirklich zu Überfüllung führt, nur an den Parkplätzen mit Beach Access sieht man’s eben.

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Schließlich erreichen wir unser Etappenziel, den Fischereihafen Newport. Hier logieren wir sehr angenehm oberhalb des Nye Beach. Zum Glück empfiehlt man uns ein Lokal im Hafen, das mit moderner Karte und offener Küche die leckersten Fischgerichte zaubert. Bei Local Ocean Seafoods kommt der Fisch vom Trawler über die Straße ins Eis, und von dort direkt über die Küche auf unsere Teller. Besser kann ein Tag nicht zu Ende gehen.

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