Voodoo Doughnuts

Portland hat Donuts zur Haute Cuisine erhoben. Nur wenige Läden sind aber so beliebt wie Voodoo Doughnuts in der 3rd Avenue. Die Schlange vor dem Laden geht fast einmal ums Haus. Müssen wir durch. Die Auswahl ist enorm, die Karte über der Theke kapieren wir leider nicht. Die Donuts liegen nicht aus, wie in der Bäckerei, sondern man bestellt am Tresen und dann wird die Bestellung hinten in der Backstube zusammengestellt. Zum Aussuchen gibt es immerhin eine Vitrine, in der einige – sicher nicht alle – Varianten im Kreis fahren. Wir entscheiden uns für die wüstestend Farben und Kombinationen, und werden es nicht bereuen. Die Donuts bekommen wir im großen pinkfarbenen Voodoo Doughnuts Karton. Die ersten vier verputzen wir gleich, den Rest tragen wir im Karton weiter. Jeder, der uns mit dem rosa Karton unterm Arm sieht, nickt uns nun neidisch, aber auch anerkennend zu. Heute sind wir zu Donut-Connoisseur geworden. An Mittagessen ist jetzt nicht mehr zu denken. Also noch einen Cappuccino im angesagten Stumptown Coffee Shop hinterher, das muss bis abends reichen.

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Um unsere vom Zucker und vom Erlebten aufgeputschten Gemüter zu beruhigen, machen wir jetzt erstmal einen Ausflug in den Rose Test Garden, denn Portland ist ja „The Rose City“.

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Am Abend reservieren wir uns einen Tisch bei einem Mexikaner im Pearl District. Wir haben den Laden einfach aus dem Internet rausgesucht, wenn er nix ist, wären noch ein paar Italiener um die Ecke. Aber auf den ersten Blick gefällt es uns dort, wir bekommen sogar einen Tisch draußen. Der Abend ist mild, perfekt zum draußen sitzen, und wie sich herausstellt war dieser Mexikaner die perfekte Wahl: Zur Vorspeise nehmen wir Chips mit Guacamole. Die Guacamole wird live am Tisch für uns aus zwei ganzen Avocados, einer Limette, Knoblauch, Koreander, Tomaten, Zwiebel, Chili und Salz im großen Mörser zusammengemischt! Und: Wir haben noch nie – nie! – so leckere Tapas gegessen wie hier: Gefüllte Jalapenos, mit Speck umwickelt. Scampi im Kokosmantel mit süß-fruchtiger Soße. Flank-Steaks mit Orangensauce. Reis auf frittierten Bananenscheiben mit Garnelen. Danach: No room for desert.

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Auf dem Weg zurück zum Hotel kommen wir noch am zentralen Pioneer Square vorbei, wo heute eine Art mexikanisch-amerikanisches Freundschaftsfest läuft. Auf der Bühne spielt eine Kombo mit großen Sombreros und noch größeren Gitarren. Der Sänger scheint beim vorwiegend mexikanischen Publikum bekannt und beliebt zu sein. Wir kommen gerade rechtzeitig. Es stehen an: Fahnenappell mit Abspielen der amerikanischen Hymne. Dann: Feierliches Hereintragen der mexikanischen Fahne, umständliche Rede eines Politikers und Appell auf Mexiko. Dreimaliges Viva Mexico, das vom Publikum laut, freudestrahlend und mit erhobener Faust erwidert wird. Feierliches Heraustragen aller Fahnen und abschließende Flamenco-Party. Skurril, wo man hier am Abend noch so hineingerät. Dann bis morgen.

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