Bisbee

Wir übernachten in Bisbee in einem sehr hübschen Apartment in einem alten Backsteinhaus mitten im alten Zentrum. Unsere Vermieter waren vor 20 Jahren auf Reisen, als Ihnen jemand ein Buch auslieh, aus dem das Lesezeichen herausfiel: Eine Postkarte dieses Gemäldes der Stadt Bisbee in Arizona. Sie beschlossen daraufhin, diese Stadt bei Gelegenheit mal zu besuchen, verliebten sich dort sofort in ein heruntergekommenes, historisches Gebäude, kauften es, restaurierten es sechs Jahre lang, und nun sind wir hier deren Gäste.

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Es ist wohl Nebensaison in Bisbee, wir sind in diesem Haus heute Nacht auch die einzigen Gäste, was hoffen lässt, dass uns keine Fernseher aus dem Nachbarzimmer, keine Klimaanlagen aus dem Zimmer unter uns und kein Getrampel aus dem Zimmer über uns stören dürften. Allerdings: Ganz allein sind wir möglicherweise doch nicht – auf Zimmer 6, 7, 8 und 11 soll es immer wieder spuken. Wir sind auf 7.

Bisbee ist ein hübscher Ort, dem man ansieht, wie reich die Kupferminen um den Ort herum ihn gemacht haben. Das Städtchen liegt schmuck in und an einem engen Canyon, was allein schon eine Besonderheit ist.

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Von den einst 29 Minen kann eine besichtigt werden, dafür haben wir uns heute morgen aus Tucson schonmal telefonisch angemeldet. Bei strahlendem Sonnenschein und vielleicht 27°C machen wir einen Bummel durch den Ortskern. So können wir uns noch etwas aufwärmen, bevor es in die angeblich nur 7°C kalte Mine geht. Sicherheitshalber flößen wir uns bei der Bisbee Coffee Company auch noch ein Heißgetränk ein.

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Dann fahren wir die zwei Minuten hinüber zur Mine. Kurz bevor wir dort aus dem Auto aussteigen können, gibt’s ein lautes Donnern, und schon geht ein Gewitter nieder. Wo kam das denn jetzt her? Der Himmel war doch gerade noch blau. Zehn Minuten später hat das Gewitter fertig und die Sonne scheint wieder. Ach, Arizona…

Wir werden nun mit Warnwesten, Helm und Grubenlampe ausgestattet. Das mit den 7°C bewahrheitet sich nicht – sie belüften die Mine neuerdings irgendwie anders, sodass es im Sommer nicht mehr ganz so kalt ist, drinnen. Auf unsere Daunenjacken, und auch auf die regensicheren Grubenjacken, die die Mine sonst ebenfalls stellt, können wir also verzichten.

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In einer kleinen Gruppe fahren wir nun tief in den Berg ein. Der – seinerzeit von Hand geschlagene – Stollen ist gerade groß genug, dass wir auf der Grubenbahn hindurch passen.

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Nach einer interessanten Stunde mit vielen Erklärungen und einem kurzen Marsch durch die einstigen Kupferstollen, fahren wir wieder aus und stillen letztlich unseren Bergmannshunger beim Mexikaner, während es in Bisbee langsam dunkel wird.

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Beim anschließenden Spaziergang sind noch angenehme 24°C, dazu ein klarer Sternenhimmel, eine schöne Nacht!

Während Batman offenbar Nachtschicht hat, gehen wir dann lieber schlafen – denn morgen wollen wir fleißig wandern gehen.

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