Am Wasserfall, und im Wasserfall

Der Tag beginnt freundlich und trocken – das sind wir so nicht gewöhnt. Wir fahren an Islands Südküste Richtung Osten, wo einige der schönsten Wasserfälle fast direkt an der Ringstraße liegen.

Erst Halt: Seljalandsfoss. Ein mächtiger Wasserfall, um den man sogar herumgehen kann! Wollen wir natürlich machen, und so ziehen wir die wasserdichten Hosen und die wasserdichten Jacken an und los geht’s!

Hinter’m Wasserfall werden eifrig Fotos für’s Hochzeitsalbum geschossen.

Aber auch vor dem Wasserfall wird eifrig fotografiert.

Dann geht’s an’s Eingemachte: Kapuze auf und los!

Der Seljalandsfoss donnert gewaltig neben uns herab.

Ganz hinten kommt die Gischt von allen Seiten.

Da regnet es einmal nicht – und was machen wir???

Nun gut, die Runde um den Seljalandsfoss haben wir geschafft, beim Spaziergang zum benachbarten Gljúfrabúi kann unsere Kleidung wieder trocknen. Der Gljúfrabúi ist ein etwas versteckter Wasserfall, zu dem sich die meisten Bustouristen schon gar nicht mehr hinbewegen.

Zugegeben: Er ist auch etwas schwieriger zu erreichen. Man muss halt durch den Bach in den Schlitz im Fels hineingehen. „Was soll’s!“ sagt Simone und schon ist sie weg.

Ich folge ihr natürlich. Über einzelne Steine kommt man fast trocknen Fußes hinein. Drin ist es dann aber alles andere als trocken. Eher wie in einer Autowaschanlage.

Es donnert, rauscht, spritzt. Grandios!

Ein Hoch auf unsere neuen Jacken.

Ein Blick zurück, und wir gehen wieder raus, bevor es in der Klamm einen Stau gibt. Ganz allein ist man auch hier nur kurz. Aber immerhin!

Das war super! Auf zum nächsten Wasserfall.

Direkt unterhalb des Vulkans Eyjafjallajökull (allen bekannt) liegt der Skógafoss, ein weiterer Monster-Wasserfall.

Die meisten trauen sich nicht allzu nah ran, die sind wohl wasserscheu…

Wir hingegen…

… sind mit allen Wassern gewaschen.

Nach dieser Erfrischung fahren wir weiter nach Vík, wo wir erstmal brotzeiten. Und natürlich fängt es in Vík auch wieder an zu nieseln, ist ja auch der regenreichste Ort Islands. Aber das macht uns heute gaaar nichts aus!

Der schwarze Lavasandstrand bei Vík erweist sich als eher wenig spannend und so fahren wir bald weiter.

Kurz hinter Vík machen wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand, wo diese unscheinbare Höhle…

… von drinnen gesehen eindeutig einen Wikinger zeigt. Wurde von einem Troll erbaut.

Die weitere Fahrt ist streckenweise etwas eintönig. Inmitten einer langgestreckten Ebene kommt der Parkplatz Laufskálavarða, an dem lauter Steinhäufchen stehen. Die Isländer verabscheuen ja die Sucht der Touristen, überall Steinhäufchen aufschichten zu müssen. Aber diese Stelle hier gibt es schon seit über hundert Jahren. Der Sage nach bringt es Glück für die Weiterreise, wenn man hier einen Steinhaufen aufrichtet. Und so stellt die Straßenverkehrsbehörde hier sogar extra Steine zur Verfügung, damit diese Tradition auch weiter gepflegt werden kann.

Etwas später durchqueren wir das weite Lavafeld Eldrhaun. In alle vier Himmelsrichtungen, soweit man schauen kann, nur von Moos bewachsene Lava. Der kurze Wanderweg demonstriert sehr gut, wie unwegsam das Gelände ist, und wie langsam man darin vorankommt.

Letztlich erreichen wir Kirkjubæjarklaustur (oder kurz: Klaustur), wo es bei unserer Ankunft noch trocken war, wir uns daher zu einer einstündigen Wanderung über die Wiesen oberhalb des Orts hinreißen lassen. Natürlich kommen nach zwei Minuten erste Tropfen, nach 10 Minuten leichter Niesel und nach 15 Minuten setzt ergiebiger Dauerregen ein. Wir stoppen kurz beim „Kirchenpflaster“, einer weiteren unglaublichen Laune der Natur, und beenden dann zügigen Schrittes diese Wanderung, und damit auch den Tag. Genug der Wasserfälle. Für heute.

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