Fårö

Heute wollen wir nach Fårö übersetzen. Die Insel liegt direkt im Norden vor Gotland und praktischerweise fahren die Fähren am Vormittag ohne Pause – und kostenlos sind sie auch noch.

Also Leinen los!

Fårö ist eine winzige Insel, und auf den ersten Blick ist hier außer Schafen und ein paar Wiesen zwischen kalkigem Boden erstmal nichts. Aber weit gefehlt!

Als Erstes sind da mal die Raukar, die Naturwunder-Spezialität Nummer eins auf Gotland. Felsen, die am und im Wasser stehen, und in denen man mit viel Fantasie Gestalten erkennen kann.

Aus der Ferne sehen sie noch recht unspektakulär aus, wenn man dem langen Kiesstrand entlang auf sie zufährt. Aus der Nähe sind es aber ganz schöne Felsbrocken! Und es macht richtig Spaß zwischen den Felsen umherzuklettern.

Zudem bieten die Felsen einen perfekten Windschutz. Hat man mal ein geschütztes Eck gefunden, dann kann man sogar fast die Jacke ausziehen und ein Sonnenbad nehmen (sprich: Die Schweden liegen hier bei eisigem Wind in der Badehose herum und gehen sogar ins eiswürfelkalte Wasser.).

Wir verzichten auf das Bad (ich bin eh schon erkältet genug) und lassen uns beim Herumklettern dennoch von der Sonne aufwärmen.

Nicht genug, dass ich schon in Stockholm von militanten Seemöwen angeschissen wurde. Nein, auch hier am Strand komme ich wohl dem Gelege eines Küstenseeschwalbenpaars zu nah, und beide gehen sofort auf mich los. Wild fuchtelnd kann ich gerade noch flüchten, während die aggressiven Federviecher über mir herumkreischen. Ich habe jetzt noch dieses Lachen im Ohr. Simones Lachen.

Nach diesem feigen Angriff klettern wir noch ein wenig an anderer Stelle herum …

… und laufen dann noch zu ein paar Fischhütten, die sich am ausgesetzten Strand aneinanderschmiegen.

Wie gesagt, etwas karg ist Fårö schon. Aber nicht ohne Reiz.

Und Schafe gibt es hier. Hab ich schon erwähnt, dass es Schafe auf Fårö gibt?

Aber auch Windmühlen gibt es!

Ja, und dann gibt es noch: Die Crêperie Tati. Als wir im Vorbeifahren den alten Schlitten mit den Lautsprechern auf dem Dach sehen, erkennen wir den sofort wieder. Bei MareTV, einer unserer Lieblings-Dokusendungen, waren sie hier und haben den „Wirt“ dieser abgelegenen Location besucht, ein echtes Original und ein wahrer Elvis-Fan.

Da müssen wir natürlich einen Halt machen – und ein Crêpe essen.

Nun ist aber genug mit Kultur für heute. Der Strand ruft!

Am Sudersand (dem Südstrand) gibt es kilometerlang nur hellen, weißen Sandstrand.

Wir suchen uns ein geschütztes Plätzchen an den Dünen und machen erstmal ein Nickerchen.

Zum Baden wäre es uns (mir auch ohne Erkältung) heute vielleicht noch etwas zu kalt – vor allem der Wind ist frisch. Die Schweden stört das nicht, die machen hier Strandtag wie am Mittelmeer.

Die Strandbar ist ein sehr gemütlicher Ort.

Und wo man hier genau ist, verrät das Schild. Im Nirgendwo. Aber ein schönes Nirgendwo. Da bin ich gern.

Nach so viel Sonne machen wir uns nun wieder auf die Rückfahrt nach Visby. Auf die Fähre müssen wir zum Glück nicht lange warten. Und der Lachs im Gamla Masters in Visby am Abend ist ein Gedicht. Und der Sonnenuntergang danach ebenso. Aber die Fotos vom Sonnenuntergang, die müssen bis morgen warten.

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