Sonntag in Boston

Ich bin dann mal die Vorhut für unseren Neu England-Urlaub. Simone kommt am Dienstag nach. Angekommen in Boston erwartet mich ein traumhafter Spätsommertag.

Beim Morgenspaziergang im Seaport-Viertel – wo in den letzten Jahren ein kompletter Stadtteil entstanden ist – blicke ich hinüber nach Downtown.

Während die teuren neuen Apartementhäuser in Seaport spannende Architektur bieten, zeigt Downtown wie langweilig man Hochhäuser traditionell gebaut hat.

Am Boston Tea Party Museum werden schon die ersten Kisten mit Tee ins Hafenbecken geworfen. Das muss ich unbedingt im Laufe der Woche noch genauer anschauen, sobald auch Simone in Boston eintrifft.

Der Spaziergang an der Waterfront entlang bis zur Long Wharf ist immer schön, vor allem an einem so sonnigen Sonntag. Von der Long Wharf blickt man zurück auf den Custom House Tower und hinten unten ganz klein das Old State House.

Von Long Wharf geht es direkt hinüber ins North End. Bei Paul Revere mache ich eine Weile Pause.

Von dort geht es weiter zum alten Friedhof, dem Copp’s Hill Burying Ground.

Das ganze Viertel ist aus rotem Backstein gebaut.

Neben einigen alten Kirchen, darunter auch der ersten katholischen Kirche Bostons, gibt es im italienischen North End natürlich jede Menge Ristorantes, Trattorias und Osterias.

Heute ist Umzug zu Ehren des San Gennaro. In der alten Kirche läuft gerade die Messe. Draußen spielen sich schon einmal die Big Bands warm.

Eine gute Stunde ist es noch hin, bis zur Prozession. Die Polizeieskorte steht schon bereit.

Auch der Heilige wird schon mal bereitgestellt, und die Standartenträger gehen in Ausgangsstellung.

Eine halbe Stunde habe ich noch Zeit, da gehe ich schnell rüber zum Public Market, einen Happen zu Essen besorgen.

Dann laufe ich schnell zurück und schon kurz nach meinem Eintreffen spielen die beiden Big Bands zum Auszug der Gemeinde aus der Kirche auf und stellen sich dann zum Umzug auf.

Der Heilige wird noch ein letztes Mal gewendet.

Dann geht es ab, die Hanover Street entlang.

Ich gehe derweil erstmal einen Espresso trinken. In der Bar an der Ecke wird der Umzug nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Wichtiger ist hier heute, wir Rom spielt (und wegen der Zeitverschiebung läuft der Fussball hier halt schon am Mittag).

Ich sehe mich noch etwas an den Fressständen um.

Alle Heiligen haben in dieser kleinen Sackgasse ihren eigenen Platz.

Auf der Fiesta haben die Pizzerien aus dem North End ihre mobilen Pizzaöfen aufgebaut, die mit Mosaiken für die Heiligen-Feiertage gut gerüstet sind.

Am Ende verbringe ich mehrere Stunden im North End und sehe dem bunten Treiben zu.

Noch ein bisschen mehr los ist nur am Quincy Market, dem touristischen Epizentrum Bostons.

Die Breakdancer kommen eigenen Angaben zufolge direkt aus der Bronx. Ich glaube, ich habe die gleiche Truppe hier schon vor Jahren mal gesehen.

„What time is it? – Showtime!“

Schließlich gehe ich noch hinüber zum Old State House. Hier wurde unter Anderem vom Balkon aus die Unabhängigkeitserklärung verkündet.

Das geschichtsreiche Gebäude wurde im Laufe der Jahre „ein wenig“ umbaut.

Von hier ist es schon nicht mehr weit hinüber zum Boston Common, wo die Park Street Church in der Sonne leuchtet.

Anstatt eines weiteren kulturellen Marathons sehe ich mir aber lieber die Squirrels im Park an.

Schließlich laufe ich zurück nach Seaport, wo ich mit Blick auf das Feuerschiff Nantucket, und im Hintergrund auf das Feuerschiff Nantucket, also auf beide Nantuckets, den Tag ausklingen lassen.

Abends drehe ich noch eine Runde an der Waterfront. Die im Aufbau befindliche Flaniermeile von Seaport wurde schon mal künstlerisch ausgestattet. Auf einem noch unbebauten Grundstück ist über den Sommer ein Biergarten eingezogen und ich höre etwas der Livemusik zu. Livemusik gehört zu Amerika wie Bullenreiten.

Mit dem gleichen Panorama wie am Morgen beende ich den Tag.

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