Über Gloucester nach Rockport

Den Hexen von Salem haben wir den Rücken gekehrt. Es geht weiter die Küste rauf nach Norden.

In der Fischerei-Metropole Gloucester erwartet uns ein beeindruckendes Stück Geschichte: Am Seefahrer-Denkmal wird denen gedacht, die hier in den letzten Jahrhunderten auf die See hinausgefahren und nie wieder zurückgekehrt sind.

In Gloucester, so sagt man, hat fast jede Familie mindestens ein Mitglied an die See verloren. Na gut, das werden ein paar Dutzend sein, denkt man dann, doch tatsächlich sind hier über 10.000 Seefahrer nicht zurückgekehrt. Rund die Hälfte sind jahresweise namentlich auf den Tafeln am Denkmal genannt. Einige Jahre ziehen sich über mehrere Spalten hinweg.

Fast 1000 Schiffe sind gesunken, am schlimmsten waren die großen Stürme 1862 und 1879, bei denen 120 bzw. 159 Seefahrer nicht zurückkehrten.

An einem ruhigen Tag wie heute ist das kaum vorstellbar. Ein Stück weiter gibt es auch noch ein weiteres Denkmal, das für die zurückgebliebenen Witwen und deren Kinder.

Wir gehen in dem kleinen Fischerort einen Kaffee trinken. Das Logo des lokalen Zahnarztes will unbedingt festgehalten werden:

In mehreren Häfen liegen Fischerboote, und auch ganz viele Boote von Hummerfischern. Den Hummer bekommt man an Imbisbuden auf dem Pier dann so frisch zubereitet, wie nirgendwo sonst. Stets zum Tagespreis, der aktuell bei etwa $20 für einen mittelgroßen Lobster liegt.

Kurz vor der Dämmerung erreichen wir Rockport, einen weiteren kleinen Hafen, wo wir die nächsten beiden Nächte bleiben wollen.

Da bei Roy Moore’s Lobster-Restaurant die Warteliste lang ist, gehen wir gegenüber zum Blue Lobster und genießen eine leckere Lobster Roll.

Bevor es ins Bett geht, vertreten wir uns noch kurz am Bearskin Neck die Beine. Hier stehen Dutzende kleine Hütten mit winzigen Läden drin, vom Souvenirladen über Kunstgallerien bis zum Fischgeschäft. Das müssen wir uns morgen bei Tag noch genauer ansehen.

Aber jetzt, in der Nacht, so ganz ohne Menschen, hat es auch seinen Reiz.

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