Zu Besuch bei den Shakern

Weil heute wunderbares Wetter ist, entscheiden wir uns für den Vormittag für den Besuch im Hancock Shaker Village.

Das Dorf wurde 1790 von den Shakern gegründet und aufgebaut und bis 1960 betrieben. Heute gibt es nur noch eine Hand voll Shaker in Nordamerika, und das Dorf wurde zu einem Museum, aber einem sehr lebendigen mit bestellten Feldern und vielen Tieren.

Im Gemüsegarten wächst alles, was man so kennt, und noch einiges, das man nicht kennt.

Die Shaker waren sehr religiös. Männer und Frauen lebten gleichberechtigt, aber zölibat – was vielleicht auch den Mangel an Nachwuchs erklärt. In dem großen Backsteinbau links wohnten mehr als einhundert Brüder und Schwestern. Durch das Gebäude verlief mittig eine unsichtbare Linie, auf der einen Seite lebten nur die Männer, auf der anderen nur die Frauen. Auch der Arbeit ging man streng getrennt nach.

Fanden doch mal Männlein und Weiblein zusammen, dann wünschte man dem Paar alles Gute, gab ihm eine Mitgift mit, und verabschiedete es aus der Shaker-Gesellschaft.

Die Shaker waren hochinnovative Landwirte. Sie hinterfragten jede Vorgehensweise, jede Bauweise und überlegten, ob es nicht eine optimalere gab.

So bauten sie die große Rundscheune, in der ein einziger Mann über 50 Kühe versorgen konnte. Über eine Rampe zogen Ochsenkarren das Heu in das Obergeschoss, wo sie im Kreis herumgeführt werden konnten, um das Heu in die Mitte abzuladen. Im Untergeschoss nahmen die Kühe rundherum ihre Plätze ein, um zu fressen und gemolken zu werden. Durch eine Stufe und durch Gitterroste wurde sichergestellt, dass sie nicht in ihrem eigenen Mist standen. Eine für den Anfang des 19. Jahrhunderts revolutionäre Bauweise.

Wir laufen auf der Farm von Bauwerk zu Bauwerk und sehen uns die vielen kleinen Ausstellungen an, lassen uns von Farmer Don erklären, wie die Rundscheune funktioniert, wohnen einer Demonstration der mit Wasserkraft betriebenen Werkstatt bei, und gucken bei den Tieren rein.

Die Ferkel im Stall sind Winzlinge im Vergleich zu der sprichwörtlich fetten Sau draußen.

Irgendwie haben wir die Alte aus dem Schlaf gerissen.

Mühsam steht sie auf, und fängt an, sich im Schlamm zu suhlen.

Dort findet sie schließlich auch Abkühlung.

Der ahnungslose Truthahn, er weiss wohl nicht, dass in ein paar Wochen Thanksgiving naht.

In der Schule wurden die Kinder im gleichen Klassenzimmer, aber ebenfalls durch eine unsichtbare Linie getrennt nach Jungs und Mädchen unterrichtet. Die Kinder waren zumeist entstanden, bevor die Eltern den Shakern beigetreten waren.

Auf der Krankenstation lagen die Kranken in diesen praktischen „Betten“. Auch in Sachen Kräuterheilkunde waren die Shaker sehr bewandert.

Und schließlich machten die Shaker einen ausgezeichneten Apfelkuchen.

Der Besuch im Shaker Village war sehr interessant und lehrreich, und Sonne haben wir auch reichlich abbekommen. Hat Spaß gemacht.

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