Mystic Seaport

In Mystic haben wir endlich wieder das Meer erreicht. Und was liegt da näher, als das Mystic Seaport Museum zu besuchen.

Zuerst sehen wir uns die Sammlung alter Gallionsfiguren an.

Dann informieren wir uns über die Geschichte des Walfangs und gehen an Bord des alten Walfängers „Charles W. Morgan“.

Ich heuere als Steuermann an.

Unter Deck ist es ganz schön eng und nur selten kann man aufrecht stehen. Ins Deck einkalfaterte Glasprismen lassen Licht nach unten durch.

Während die Crew in engen kastenförmigen Kojen schläft, ließ der Kapitän für seine Frau ein Bett wie eine Schaukel aufhängen, sodass sie immer gerade lag. Dennoch verließ Madame das Schiff schon vor dem Ende seiner ersten Fahrt, da sie einfach ständig seekrank war.

Die Charles W. Morgan ging auf 37 Reisen. Eine 38. Reise kam dann in diesem Jahrhundert nach ihrer Restaurierung hinzu.

Im Museumsdorf sind alle möglichen alten Läden und alte Werkstätten vertreten. In der Schmiede wird geschmiedet.

In der Druckerei wird gedruckt.

Auf der Reeperbahn werden Taue hergestellt.

In der Segelmacherei werden die Segel genäht.

In der Sonnerei wird sich gesonnt.

In einem weiteren Teil des Museums werden historische Schiffe restauriert. Seit einigen Jahren liegt hier die Mayflower II auf Reede. Die Mayflower II wurde unter Teddy Roosevelt gebaut. Sie ist ein Nachbau der Mayflower, dem Segler, mit dem die ersten Siedler Neuenglands, die Pilgrims, zuerst auf Cape Cod landeten und dann weiter nach Plimouth in Massachusetts fuhren. Dort ließen sie sich schließlich nieder.

Die Replik wurde in den 1950ern in England gebaut und dann von einer mutigen Mannschaft über den Atlantik gesegelt. Seitdem liegt sie als Museumsschiff in Plymouth vor Anker. Da die Landung der Pilgerväter sich 2020 zum 400sten Mal jährt, wird die Mayflower II hier in Mystic zur Zeit überholt.

Auf der Werft ist das rege Treiben der Zimmerleute zu verfolgen.

Zufällig laufen wir noch an der Kapelle vorbei, wo gerade Shanties gesungen (und erklärt) werden.

Das Museum war wirklich klasse. Und in einem Freilichtmuseum verbringt man bei diesem schönen Wetter ja auch gerne etwas mehr Zeit.

Nun ist aber Zeit für die Brotzeit. Im Kofferraum breiten wir aus: Hummus, Tomaten, Oliven-Tapenade und Pickles. Besseren Lunch gibt’s nicht.

Bis zu unserer nächsten Station in Newport, Rhode Island, liegt nur eine knappe Stunde Fahrt.

Wir checken in unserem „Inn“ ein. Ich fotografiere ja eher selten unsere Zimmer, aber hier haben sie sich wirklich Mühe gegeben. Das Zimmer in einem viktorianischen Holzhaus ist klein, aber sehr gemütlich. Das Frühstück ist das leckerste, das wir in den USA je hatten.

Auch ein Wohnzimmer zum Teilen mit den anderen Gästen gibt es.

Aber kaum angekommen, brechen wir auch zum Stadtbummel auf. Das Toasted Coconut-Eis bei Kilwin’s – darauf haben wir uns schon die ganze Woche gefreut.

Wenig später ziehen Wolken auf und es beginnt zu regnen. Kurz nach dem Abendesssen ist der Spuk aber schon wieder vorbei und wir bereiten uns auf einen weiteren schönen Tag vor.

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