Von Park zu Park in Seattle

Nach drei Tagen Konferenz schlafe ich heute erstmal richtig aus (also bis 7 Uhr) und stelle gleich fest, dass sich der Wetterbericht zu meinen Gunsten verändert hat: Statt Seattle in grau gibt’s Seattle in blau!

Zunächst mache ich einen Abstecher zu meinem Rucksack-Hoflieferanten Tom Bihn in Seattle. Der Direktverkauf in der Fabrikhalle hat nur drei Mal die Woche offen, mein Timing passt. Leider gefällt mir aber der anvisierte Rucksack überhaupt nicht und so ziehe ich unverrichteter Dinge wieder von Dannen…

Für den Rest des Tages habe ich mir eine Schnitzeljagd durch Seattles Parks vorgenommen. Ich starte am Totempfahl direkt an der Kanal-Verbindung zwischen Lake Washington und Lake Union. Hier sind wir vorgestern Abend beim Konferenz-Dinner mit dem Boot durchgefahren.
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Vom Totempfahl aus geht ein Boardwalk durchs Marschland des Lake Washington und zu zwei kleinen Inseln im See. Wegen Hochwasser ist der Weg leider gesperrt. Ein Stückchen weit versuche ich trotzdem mein Glück, aber es wird schon bald zu matschig um weiterzugehen.

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Statt dessen durchstreife ich etwas die Nachbarschaft und sehe mir die hübschen Häuser und blühenden Gärten an.

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Ich überquere den Kanal über die alte Klappbrücke und will hinauf zur University of Washington, die einen schönen Campus haben soll. Es kostet mich allerdings einige Umwege, da der Park zwischen Brücke und Campus gerade neu gestaltet wird, und komplett abgesperrt ist. Vom großen Brunnen im Zentrum des Campus soll man einen tollen Blick auf den Mount Rainier haben. Natürlich ist der Brunnen gerade abgelassen und eingezäunt und der Mount Rainier ist auch nicht zu sehen. Ist richtig mein Tag heute.

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Auf dem Gelände der Uni ist ganz schön was los, heute scheinen Schülergruppen aus dem ganzen Land zum Besuch hier zu sein, die von Freiwilligen in violetten T-Shirts über den Campus geführt werden. Um amerikanische Kinder dabei bei Laune zu halten scheint sich vor allem eines bewährt zu haben: Man brüllt irgendwas vor, und alle brüllen das dann nach. So ziehen brüllende Gruppen von rechts nach links und von links nach rechts und ich genieße mittendrin die Sonne.

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Ein bisschen hungrig bin ich mittlerweile und praktischerweise stehen am Hauptplatz ein paar Food Trucks bereit. Ich stärke mich mit ein paar Tacos und einer kühlen Limonade.

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Es gibt schon ein paar recht hübsche Ecken hier auf dem Campus, das wissen auch die Studenten.

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Ich marschiere rund um alle Absperrungen und Baustellen zurück zum Totempfahl und zu meinem Auto und fahre weiter zum gegenüber liegenden Washington Park, dessen Arboretum ein tolles Spektrum an Bäumen und blühendem Gebüsch bietet. Dieser hier hat einen Umfang von einigen Metern:

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Auch eine kleine Gruppe junger Giant Sequoias gibt es (auf dem Bild hinter mir, die Größe kommt jetzt nicht so rüber):

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Hier hat ein Baum all seine Blätter abgeworfen:

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Genug der Bäume, ich fahre weiter über den Interlaken Blvd, eine grüne Oase mitten in der Stadt, an der sich fantastische alte Anwesen aufreihen. Etwas hinter Seattles großem Fischereihafen steuere ich den Discovery Park an und marschiere hinab zum Strand. Vom Verzehr von Muscheln wird hier abgeraten – ich kann’s verstehen, denn direkt auf der Landzunge befindet sich auch die örtliche Kläranlage. Interessant, dass die Warnung auch in Koreanisch, Vietnamesisch, Kambodschanisch, Spanisch, Russisch, Laotisch und Chinesisch verfasst wurde.

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Das Treibholz an dem kleinen Strandabschnitt bis zum Leuchtturm lädt mich zu einer Rast in der Nachmittagssonne ein.

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Es blüht der Ginster, doch bald wird’s finster.

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Die Sonne verschwindet nun hinter den Wolken, Zeit für mich, Feierabend zu machen.

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Vorher halte ich aber noch kurz an den Chittenden Locks an. Hier trennt eine Staustufe das Süßwasser des Lake Washington vom Salzwasser des Puget Sound. Auf einer Fischtreppe können (v.a. im Herbst) die Lachse vom Meer hinauf in Richtung ihrer Geburtsstätten springen. Damit die jungen Lachse dann im Winter und Frühjahr auch hinunterkommen, werden Rutschen installiert, in denen die Kleinen rückwärts (!) mit dem Strom hinabschwimmen.

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Daneben ist eine Schleusenanlage im Dauerbetrieb und hebt Schiffe aller Größe hinauf zum Lake Washington oder hinab zum Meer.

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Squirrel!

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Für größere Schiffe wird sogar die Eisenbahnbrücke angehoben.

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Ich fahre letztlich zurück zum Hotel – was etwas länger dauert, da auch die Straßenbrücke gerade geöffnet wurde – und pfeife mir ein 12 Unzen schweres New York Strip Steak rein, was mich danach in sofortigen Tiefschlaf fallen lässt.

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