Säulen, Schafe und Sturm

Wir verlassen heute Reykjavik und starten in Richtung Nordwesten. Unser Ziel ist die Snaefellsness-Halbinsel.

Unseren ersten Stopp legen wir bei Gerðuberg ein. Dort finden wir eine große Stufe im Gelände mit riesigen Basaltsäulen.

Als wir losmarschierten war es noch trocken, aber wahnsinnig windig.

Auf dem Rückweg war es immer noch windig, aber nicht mehr trocken.

Etwas neidisch schauen wir zu den Schafen rüber, denen das Wetter Wurst zu sein scheint.

Nächster Halt ist die kleine schwarze Kirche bei Búðir. Sehr fotogen.

Das Kirchlein liegt am Rande eines Lavafelds, in dem schon ganze Menschengruppen verloren gegangen sein sollen. Wir wählen daher den küstennahen Wanderweg, der uns schließlich aus der Lava in die Dünen führt.

Dem aufmerksamen Betrachter ist sicher schon aufgefallen, dass wir ob des wechselhaften Wetters mittlerweile grundsätzlich in Vollvermummelung rausgehen. Hier draußen wechseln Sonne und Regen im Minutenrhythmus.

Rund um die Kirche sind saftig grüne Wiesen, an denen sich die Isländischen Schafe satt essen können.

Im Allgemeinen scheinen hier mindestens genausoviele Schafe, wie Isländer zu leben.

Wo kein Zaun ist, laufen die Schafe gern mal auf der Straße rum und fressen am Liebsten in der Böschung direkt an der Straße.

Manchmal gibt es auch einen Zaun, dann befinden sich die Schafe interessanterweise eigentlich immer in dem Streifen zwischen Zaun und Straße. Die Zäune scheinen sie nicht recht zu stören.

Nach einem Picknick mit Blick auf einen hohen Wasserfall kommt zunehmend die Sonne raus. Das Moos leuchtet dann wie Gold.

Wir erreichen Arnarstapi, das Endziel unserer heutigen Etappe.

Der kleine Fischerort liegt direkt zwischen einem markanten Berg und dem Meer.

An den Klippen tobt die Brandung und hat dort das eine oder andere Fotomotiv in die Lava gewaschen.

Während Simone sich schon mal von den Strapazen des Gegen-den-Sturm-Laufens erholt, gehe ich noch kurz runter zum Hafen, von wo aus man einen netten Blick auf ein sehr fotogenes Häuschen hat.

Der Hafen ist winzig winzig klein und durch Basaltsäulen ein wenig vom Meer geschützt.

Im Hintergrund fallen ein paar Wasserfälle über die Klippe in’s Meer.

Noch einmal der Blick zurück vom Hafen. Hinter dem Berg liegt der Snæfellsjökull, der vergletscherte Vulkan, über den Jules Verne in’s Erdinnere einsteigen ließ, auf der Reise zum Mittelpunkt der Erde. Der Snæfellsjökull wird aber auch der schüchterne Berg genannt, weil er sich meist im Nebel versteckt.

Entlang der Küste gibt es noch einige spektakuläre Aussichtspunkte…

… und Felsentore.

Auf dem Weg runter zum Hafen begleitete mich zeitweise eine Möwe mit lautem Geschrei. Irgendwann sah ich es dann ganz knapp neben mir weiß herunterregnen. Versucht das Scheiß-Vieh mich doch anzuscheißen!! Später lernen wir, dass die Viecher gerne alles angreifen, was ihren Nestern nur annähernd nahe kommt. Voll aggro, dies Möwen.

Nachdem auch ich jetzt vom Wind genug habe, kehre ich zurück zu unserem Cottage, von wo aus wir – nunja, nicht der Sonne beim Untergehen zusehen, die geht nämlich erst um 0:30 Uhr unter, aber dennoch den Wolken beim Vorbeitreiben. Dann gibt es noch einen lecker Lachs hinterher und dann lassen wir uns vom Sturm in die Nacht schaukeln.

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